
Ausbildung und Training haben die Aufgabe, die Geschäftsmodelle zu unterstützen. Das Vertriebsgeschäft spielte dabei eine zentrale Rolle.
Der im Jahr 2005 begonnene weit reichende Transformationsprozess der Vertriebsorganisation der Bank Austria Creditanstalt wurde im Jahr 2006 konsequent fortgesetzt. Ziel des Veränderungsprozesses ist, die Effizienz und Effektivität der Marktbearbeitung, Kundenorientierung und operativen Leistungsfähigkeit deutlich zu erhöhen. Dazu wurden neue Steuerungsinstrumente sowie Systeme und Verfahren zum Kundenmanagement (Betreuungsmodelle) eingeführt und gezielte Investitionen in den Kompetenzaufbau der BetreuerInnen gesetzt, wobei Bildungs- und Changemanagementmaßnahmen eng miteinander verzahnt wurden, um die initiierten Veränderungsprozesse nachhaltig im System zu verankern.
Die neuen Betreuungsmodelle haben das Zielbild „Generalist“ im Fokus. Dieses Zielbild bedeutet, dass jeder Betreuer das gesamte Produkt- und Dienstleistungsangebot jener Kundenzielgruppe, die von ihm betreut wird, beherrschen muss, um seine Kunden kompetent und umfassend beraten zu können. Demnach war bei zahlreichen Betreuern die Fach- und Verkaufskompetenz individuell zu vertiefen bzw. zu erweitern, um bei allen Betreuern jene Handlungskompetenz sicherzustellen, die dem jeweiligen Jobprofil entspricht. Dieser Herausforderung wurde 2006 mit einer Bildungsoffensive in den Segmenten „Banking & Finance“ und Verkaufsausbildung (Sales Academy) begegnet.
Im Segment „Banking&Finance“ und in der Sales Academy wurde das gesamte Ausbildungsangebot gemäß den neuen Jobprofilen strukturiert. Sämtliche Ausbildungsmaßnahmen wurden inhaltlich hinsichtlich geänderter Produkte, Systeme und Prozesse adaptiert bzw. neu konzipiert. Der modulare Aufbau der Lernstrecken und die Ausweitung des E-Learning-Angebots ermöglichten den Betreuern die individuellen Qualifizierungserfordernisse zeit- und kostenökonomisch zu befriedigen. In die Sales Academy wurden - jobprofilspezifisch - die Betreuungsmodelle und Verkaufsansätze integriert, um das Leben des „neuen Vertriebsalltages“ weiter zu verstetigen.
Die im Zusammenhang mit der Bildungsoffensive initiierten Interventionen wurden durch ein neues, noch wirksameres Bildungsmanagementsystem für alle Vertriebsmitarbeiter unterstützt. Das neue Bildungsmanagementsystem ist durch aufeinander aufbauende Komponenten gekennzeichnet. Zentrale Elemente des Systems sind das Kompetenzprofil, die Ausbildungswege der einzelnen Jobprofile und der elektronische Feedback-Bogen für die Führungskräfte. Die integrierte Systemarchitektur stellt sicher, dass einzelne Aktivitäten, die Führungskräfte und Mitarbeiter im Kontext Ausbildung setzen, zu einem zielgerichteten, effizienten Lern- und Entwicklungsprozess zusammengefügt werden.
Das Kompetenzprofil steht jedem Betreuer im Intranet zur Verfügung und zeigt den aktuellen Status seiner Qualifikation sowie das Sollprofil seines Jobprofils. Die Führungskräfte kennen somit den aktuellen Ausbildungsstand ihrer Betreuer und können gezielte Ausbildungsmaßnahmen setzen, um etwaige Qualifizierungslücken zu schließen. Das System unterstützt diese zentrale Führungsaufgabe, indem es, abgestimmt auf den individuellen Ausbildungsstatus jedes Betreuers Ausbildungsmaßnahmen vorschlägt und den Lernerfolg überprüft. Der unternehmerische Mehrwert jeder Bildungsinvestition wird somit evident.
Die Professionalisierung der Führungskräfte stellt einen starken Hebel zur Unterstützung des Transformationsprozesses dar. Demnach wurde die Zielerreichung 2006 mit ergänzenden Interventionen in den Bereichen Steuern und Coachen im Verkauf unterstützt. Neben den bankweit gültigen Führungsgrundsätzen wurde den Führungskräften in Filialen und Betreuungscentern das Rüstzeug für Führen, Steuern und Coachen in den 4 Betreuungsmodellen vermittelt.
Dezentrale Ausbildungsmaßnahmen, Medienpakete und anlassgetriebe Kompaktschulungen ergänzten das Bildungsangebot und unterstützten das Erreichen der Geschäftsziele 2006.
Corporates Division
Human Resources
Durch die Divisionalisierung wurde es möglich, für Relationship-Manager im Corporates spezielle anspruchsvolle Ausbildungsprogramme vorzubereiten, die bereits zu Beginn 2007 starten. Hervorzuheben sind hier die Teilnahme von Relationship-Managern an einem „Master in Corporate Banking“, der unter Federführung der Bocconi Universität mit österreichischen und deutschen Universitätspartnern abgehalten wird und neben einem exzellenten Abschluss auch internationales Networking der 50 Teilnehmer in der UniCredit Group ermöglichen wird. Zusätzlich wird ein „High Performance Corporates Programm“ angeboten, an dem die Spitzenberater der Division ihr Know-how und ihre Skills mit hervorragenden internen und externen Ausbildungsmodulen auf den aktuellsten Stand bringen.
Lehrlingswesen
Die Ausbildung junger Mitarbeiter zu Bankkaufmann/-frau hat seit jeher einen hohen Stellenwert. Neu eintretende Lehrlinge werden im ersten Lehrjahr zunächst in Abteilungen eingesetzt, um auf ihre Tätigkeit ab dem zweiten Lehrjahr in Retail vorbereitet zu werden. Bei der Vorbereitung für die Abschlussprüfung werden die Lehrlinge intensiv von erfahrenen Kollegen unterstützt und besuchen ein darauf ausgerichtetes Seminar. Auch heuer sind wir sehr stolz darauf, dass 60% der Lehrlinge mit Auszeichung die Lehrabschlussprüfung bestanden haben.

